Nilgänse im Raum Heilbronn

Nilgans mit Nachwuchs. Foto: NABU/Christoph Armbruster
Nilgans mit Nachwuchs. Foto: NABU/Christoph Armbruster

Ausgehend von den Niederlanden breitet sich die aus Afrika stammende Nilgans seit den frühen 1980er Jahren südostwärts aus - auch in Richtung Süddeutschland. Der erste Brutnachweis aus unserem Raum stammt aus dem Jahr 2009 vom Neckar bei Gundelsheim. Seit 2014 werden etwa 20 Bruten im Jahr im Stadt- und Landkreis registriert, die überwiegend in den Frühjahrs- und Sommermonaten stattfinden, jedoch grundsätzlich das ganze Jahr vorkommen können.

 

Sammelplätze, bei denen größere Trupps beobachtet werden ( max. 81 Exemplare), liegen am Stadtneckar in Heilbronn beim Hagenbucher, östlich des Horkheimer Kanals, bei Bad Wimpfen im Tal und beim Breitenauer See.

 

Aktuell (Herbst 2018) dürften sich zwischen 150 und 200 Nilgänse im Raum HN aufhalten. Seit 2015 findet eine Bejagung statt. Zur Frage der Konkurrenz mit heimischen Arten - insbesondere um Brutplätze - liegen bisher keine belastbaren Erkenntnisse vor, dies muss aber weiter beobachtet werden.

Bericht von Wolfgang Hellwig


Das große Insektensterben

Wenn die Windschutzscheibe sauber bleibt ...

Weltweit warnen die Wissenschaftler vor einem dramatischen Insektensterben. Betroffen sind vor allem Fluginsekten wie Wild- und Honigbiene sowie Schmetterlinge. Man schätzt, dass es seit den letzten 30 Jahren etwa

80% weniger Insekten gibt.

Die Folgen sind schon heute zu spüren :  Ein europäisches Forschungsprojekt zeigt, dass viele Wildblumenarten vom Aussterben bedroht sind. Denn fast 90% der Wildblumen sind von der Bestäubung durch Insekten abhängig.

Weltweit könnten sich 75% unserer Nutzpflanzen ohne Bestäubung durch die Insekten nicht fortpflanzen.

Ohne Insekten fehlt zudem ein wichtiges Bestandteil der Nahrungskette v.a. für Vögel.

Der Vogelforscher H.G.Bauer hat in Gegenden rund um den Bodensee festgestellt, dass Vogelarten, die sich von Großinsekten ernähren, stark abnehmen.

"Wenn es keine Insekten mehr gibt, bezweifle ich, dass wir Menschen länger als ein paar Monate überleben würden", prophezeit der amerikanische Insektenforscher Edward Wilson.

Die Hauptursache dafür ist die ungebremste und zunehmende Verwendung von neuartigen Wirkstoffen, deren Giftigkeit DDT um ein Tausendfaches übertrifft!!

Zu den gravierenden negativen Auswirkungen sowohl von Glyphosat (Totalherbizid), z.B.Round up, als auch von den Neonikotinoiden (Gruppe von hochwirksamen Insektiziden) gibt es in der internationalen wissenschaftlichen Literatur eine erdrückende Beweislast. Nach neuesten Veröffentlichungen der WHO stehen sie im Verdacht krebserregend zu sein. Die neurotoxische Wirkung auf Bienen ist mehrfach nachgewiesen. Andere Arten wie die Amphibien wurden bei der Risikobewertung gar nicht berücksichtigt.

 

Fotos : C..Paukert/E.Janiesch/B.Retter/M.Feucht

Sollen diese Schönheiten für immer verschwinden? Bitte helfen Sie mit, diesen massiven Rückgang unserer Insektenwelt zu stoppen!

Verzichten Sie auf Pestizide in Ihrem Privatgarten!

Sie schützen dadurch auch Ihre eigene Gesundheit.

Auf dem TV Sender arte/mediathek ist der Filmbeitrag "Roundup, der Prozess" vom 17.10.2017 um 20:15 Uhr noch einige Zeit aufrufbar.

 

Wer diesen Film gesehen hat, kann ermessen, wie bedenklich die Anwendung von Glyphosat ist!


Artenschutz am Haus

Ein Projekt im Landkreis Tübingen

Dörfer und Städte sind Lebensraum - nicht nur für den Menschen, sondern auch für viele Tierarten. Durch Abriss, Umbau und Sanierung gehen aber immer mehr Nist- und Lebensstätten verloren, oft unbemerkt und ungewollt. Dabei lassen sich Bauvorhaben und Artenschutz in der Regel mit einfachen Mitteln in Einklang bringen.

Dies ist nicht zuletzt wegen der naturschutzrechtlichen Bestimmung sinnvoll und notwendig.

Im Landkreis Tübingen wurde in den Jahren 2014-2016 ein Pilotprojekt zum Thema Artenschutz im Siedlungs-

bereich  umgesetzt. Es informiert umfassend, berät und gibt praktische Hilfestellungen für alle an Bauvorhaben Beteiligte.

 

Auch Sie können einen aktiven Beitrag zum Schutz Gebäude bewohnender Arten leisten! Auf der Projekt-Webseite

www.artenschutz-am-haus.de finden Sie dazu ein umfangreiches Informationsangebot, z.B. zahlreiche Info-

blätter zu speziellen Themen und einen ausführlichen FAQ-Bereich.

Nisthilfen für Mehlschwalben. Fotos: NABU/Frank Harasko
Nisthilfen für Mehlschwalben. Fotos: NABU/Frank Harasko

Erste Hilfe für Vögel

Fotos: NABU/ Britta Böhringer-Retter
Fotos: NABU/ Britta Böhringer-Retter

Wenn ein Vogel verletzt ist oder Jungvögel zu früh das Nest verlassen haben, stellt sich immer die Frage "Was nun?" Die NABU Gruppe Heilbronn hilft ganz praktisch, nimmt die Vögel auf und pflegt sie, bis sie wieder in die Natur entlassen werden können.

Einige "Patienten" der letzten Zeit: ein verletzter Kernbeißer (Bild links) , Kohlmeisen-Nachwuchs (rechts oben) und eine junge Blaumeise (links unten), die gefüttert wurden, bis sie ausgewildert werden konnten.


Mitmachen und Kulturlandschaft erhalten

Am Beispiel der Heilbronner Waldheide

Ein besonderes Anliegen des Naturschutzbundes ist der Erhalt ökologisch bedeutsamer und das Landschaftsbild prägender Biotoptypen wie Streuobstwiesen, Besenginsterheide oder Kopfweidenbestände. Sinnvolle extensive Wirtschaftsweisen tragen zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft bei. Aber – mit Pflegemaßnahmen im Streuobstanbau und extensiver Beweidung allein ist unser Kulturerbe nicht zu erhalten ...

 

Hier sind auch wir als Verbraucher mit unserem Kaufverhalten gefragt. Damit nehmen wir wesentlichen Einfluss darauf, ob unsere Kulturlandschaft erhalten bleibt. Wir haben mit der Stadt Heilbronn das Gespräch gesucht, weil die Waldheide aus unserer Sicht unzureichend beweidet / gepflegt wurde.

 

Der dortige Schäfer könnte mehr Tiere zur Beweidung einsetzen, wenn er seine Produkte besser absetzen könnte. Leider ist jedoch die Nachfrage nach Lammfleisch insgesamt gering. Zudem wird häufig Lammfleisch angeboten, das nicht aus heimischer Produktion stammt. Deshalb unsere Bitte: Achten Sie beim Einkauf darauf, dass das Fleisch aus unserer Region stammt. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaften.


Vogel gefunden – was nun?

Foto: Cornelia Paukert
Foto: Cornelia Paukert

Grundsätzlich gilt: viele Vögel – insbesondere Jungvögel, die uns hilfebedürftig erscheinen – sind es nicht. Deshalb beobachten Sie den Vogel bitte genau, bevor Sie ihn mitnehmen. Anhand der folgenden Checkliste können Sie ganz einfach entscheiden, ob Hilfe erforderlich ist, und wenn ja, welche:

 

 

1. Befindet sich der Vogel in einer Gefahrenzone (auf/neben der Straße/ im/am Haus etc.)?  

Ja       -->  Den Vogel vorsichtig aus der Gefahrenzone bringen. -> 2

Nein  -->  5

 

2. Handelt es sich um einen ausgewachsenen Vogel?

Ja       -->  5

Nein  -->  3

 

3. Handelt es sich um einen flugunfähigen, hilflosen Nestling (d.h. ohne oder mit minimalen Ansätzen der Befiederung), der sich aber außerhalb des Nestes befindet? 

Ja       -->  Der Vogel ist offenbar aus dem Nest gefallen. Wenn es keine Möglichkeit gibt, den Nestling wieder ins Nest zu setzen, nehmen Sie ihn bitte vorsichtig mit (z.B. in ein Taschentuch setzen) und kontaktieren Sie einen Tierarzt oder Vogelpfleger (Adressen siehe unten). 

Nein  -->  4

 

4. Es handelt sich um einen fast flüggen, befiederten Jungvogel, der noch nicht oder nicht gut fliegen kann?

Ja       -->  5 + 6

Nein  -->  6

 

5. Der Vogel ist verletzt oder wirkt krank? 

Ja       -->  Bitte bringen Sie ihn zum Tierarzt. Möglicherweise hat das Tier einen Schock: eine Socke, die den Körper des Vogels gut umschließt und aus der der Kopf oben herausschauen kann, lindert durch die Wärme den Schock und hindert gleichzeitig den Vogel am Flattern und Entkommen.  

Nein  -->  6

 

6. Der Vogel ist weder krank/verletzt noch befindet er sich in einer Gefahrenzone? 

-->  Lassen Sie den Vogel sitzen. Sie können versuchen, ihn aus der Entfernung eine Weile zu beobachten. Wenn die Altvögel keine Gefahr in Ihnen sehen, werden sie kommen und ihren Sprößling füttern.

 

Grundsätzliches zu aufgefundenen jungen Wildtieren:

Säugetiere orientieren sich stark an Gerüchen, weshalb man vermeiden sollte, die Jungtiere anzufassen. Es besteht die Gefahr, dass die Eltern von dem Geruch irritiert sind und ihren Sprössling nicht mehr annehmen.  

Dies gilt nicht in gleichem Maße für Vögel: Vögel verfügen zwar auch über einen Geruchssinn, dieser scheint allerdings nur bei einigen Vogelgruppen (insbesondere Möwen, Neuweltgeier) stark ausgeprägt  zu sein. Jungvögel, die bereits von Menschen angefasst wurden, werden also in aller Regel trotzdem von den Eltern wieder versorgt, vorausgesetzt sie fühlen sich unbeobachtet und ungestört.

 

Adressen für Hilfe und weitere Informationen:

NABU Heilbronn, Britta Böhringer-Retter

Blumhardtstraße 11, 74080 Heilbronn

Telefon 07131.30757

 

Dr. Yvonne Villforth

Fachtierärztin für Kleintiere

Eppinger Straße 29, 74080 Heilbronn

Telefon 07131 30003    

 

Dr. Rüdiger Richter (spezialisiert auf Vögel)

Tierarztpraxis Cappel

Hallerstraße 142, 74613 Öhringen

Telefon 07941 92720

 

Allgemeine Informationen im Internet:

www.wildvogelhilfe.de

www.wildvogelhilfe.org


Igel gefunden – was nun?

Igelnachwuchs
Foto: Matthias Paukert

Im September haben Igel häufig einen zweiten Wurf. Diesen sog. September-Igelchen bleibt je nach Wetterlage oft nicht viel Zeit, um sich die erforderliche dicke Speckschicht für den anstehenden Winter anzufressen. Findet man im fortgeschrittenen Herbst dann solche noch sehr kleinen Igel (bis ca. 400 g), stellt sich häufig die Frage: braucht das Tier menschliche Hilfe, um zu überleben oder nicht?

 

Grundsätzlich gilt: nur im äußersten Notfall eingreifen, denn die besten Chancen, langfristig zu überleben, hat das Tier, wenn es draußen bleibt und nicht in Menschenhand kommt. Gewöhnlich kann man durch aufmerksame Beobachtung relativ schnell entscheiden, welcher Fall zutrifft

 

Zuerst gilt es abzuklären, ob das Tier krank und geschwächt wirkt oder ob ihm „lediglich“ der notwendige Speck fehlt.

 

Hier eine Orientierungshilfe:

- Igelbabies (unter 100 g), die verlassen und ausgekühlt gefunden werden, brauchen schnellstmöglich v.a. Wärme (z.B. durch eine in Stoff gehüllte warme, aber nicht heiße, Bettflasche) und Muttermilchersatz. Das Aufpäppeln solcher Igelbabies ist mitunter nicht ganz einfach, deshalb am besten schnellstens Rat beim Tierarzt oder einer Igelstation (s.u.) holen. 

 

- Igelkinder (bis ca. 400 g), die alleine und scheinbar orientierungslos tagsüber herumlaufen, sind möglicherweise krank und geschwächt. Auch hier ist der erste Gang zum Tierarzt.

 

- Igel, die ab Mitte Oktober abends und nachts mit geringem Gewicht (ca. 250 - 500 g) angetroffen werden, aber grundsätzlich gesund wirken (klare Augen, normale Abwehrreaktionen und Reflexe), sollten nach Möglichkeit durch regelmäßige Futtergabe an einer geschützten und gleichbleibenden Stelle unterstützt werden. Diese Igel sollten also draußen bleiben, denn sie sind in der Lage sehr schnell zu lernen, wo ihnen eine regelmäßige Nahrungsquelle zur Verfügung steht. Mit der Unterstützung durch regelmäßige Futtergaben haben sie eine gute Chance zu überleben und lernen draußen gleichzeitig  alles, was sie als erwachsener Igel im nächsten Frühjahr  wissen müssen. 

 

Bei Tage lang anhaltenden wärmeren Temperaturen können sie auch ihren Winterschlaf unterbrechen, um zu fressen. Auch für diesen Fall ist ein bekannter Futterplatz sehr hilfreich. Grundsätzlich beginnt für Igel die Schwierigkeit, Nahrung zu finden erst mit dem Frost, wenn Regenwürmer, Schnecken und Insekten nicht mehr verfügbar sind. 

 

Die beste dauerhafte Hilfe für Igel im Garten ist eine möglichst naturnahe Gestaltung, Verzicht auf Chemie im Garten und die Einrichtung eines regengeschützten Unterschlupfes zur Jungenaufzucht und für den Winterschlaf. 

 

Text: Dipl.-Biologin Cornelia Paukert

 

 

 

 

 

Jeder Igel - und das ist wahr,

schläft im Rührei wunderbar.

Das sollt ein jeder Päppler wissen,

dann wird der Igel nix vermissen.

 

 

 

Foto und Text: Jutta Seidel

 


Helfer gerne willkommen

Wenn Sie sich bei der Tierpflege engagieren möchten, freut sich Britta Böhringer-Retter über Ihren Anruf oder Ihre E-Mail: Telefon 07131 30757 oder post@nabu-heilbronn.de 


Wildkräuter im Garten sprießen lassen

Heilbronn – Der Naturschutzbund NABU appelliert an alle Gartenbesitzer, beim Umgang mit Wildkräutern mehr Gelassenheit walten zu lassen und auf giftige Herbizide zu verzichten. "Wildkräuter gehören in einem Garten dazu, schließlich sind sie ein Sinnbild für eine gesunde Natur", erklärt der Heilbronner NABU-Sprecher Karl Strobel. Spritzmittel gegen Wildkräuter häten in einem Garten nichts verloren. Die Mittel und ihre Abbauprodukte würden sowohl der Umwelt wie auch Menschen schaden, die sie über das Trinkwasser und das angebaute Gemüse zu sich nehmen.

 

Am besten sei es nach wie vor, mit einer Hacke oder einem Wurzelstecher zu jäten. Eine Schicht Rindenmulch beuge zudem starkem Bewuchs vor. Eine "Notlösung" seien Brenngeräte, mit denen Wildkräuter abgefackelt werden können. Diese Geräte seien "höchstens für gebrechliche Menschen sinnvoll, die nicht mehr mit der Hacke arbeiten können", so Strobel. Der Einsatz von Gasbrennern koste auch vielen Kleintieren das Leben.

 

Wildkräuter seien für viele Tiere im Garten die einzige Chance, dort zu überleben. Die beiden Schmetterlingsarten Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs etwa brauchten Brennnesseln, um darauf ihre Eier ablegen zu können. Auch für's Auge seien "wilde Ecken" attraktiv: Wer in einer Ecke seines Gartens den Boden umgräbt und dann einfach gar nichts tut, werde nach einiger Zeit die ersten Pionierpflanzen beobachten können. Klatschmohn und Huflattich blühten "herrlich rot und gelb und werten einen Garten auch optisch auf". Außerdem kosteten sie nichts: "Sie siedeln sich meist von ganz alleine an", weiß Strobel.

 

Heilbronner Stimme, Juli 2010, red


Schau mal, wer da klopft

Was tun, wenn Spechte die Hauswand zerhacken?

Buntspecht
Foto: F. Derer

Spechte können Schwierigkeiten bereiten, wenn sie an gerade neu mit Styropor eingekleideten Fassaden hacken. Diese Isolierung fühlt sich ähnlich an wie weißfaules Buchenholz und vermutlich empfindet der Specht ähnlich. Klopft er gegen diese Fassaden, ist es für ihn so, als wäre morsches Holz darunter. Darum möchte er ...

 

Zum ganzen Artikel geht's hier:

http://www.nabu.de/tiereundpflanzen/voegel/tippsfuerdiepraxis/01954.html