VÖGEL IN NOT

Erste Hilfe für verletzte Vögel und Aufpäppeln von verlassenen Jungvögeln

Wenn ein Vogel verletzt ist oder Jungvögel zu früh das Nest verlassen haben, stellt sich immer die Frage "Was nun?" Die NABU Gruppe Heilbronn hilft ganz praktisch, nimmt die Vögel auf und pflegt sie, bis sie wieder in die Natur entlassen werden können.

 

 Unter anderem waren ein Buntspecht, eine Feldlerche und ein Girlitz zum Aufziehen da.

Weitere Findelkinder werden an dafür spezialisierte Stellen übergeben:

zum Beispiel  Wasservögel , Eichhörnchen, Greifvögel und Fledermäuse.

                                                                                                                                                                                              Fotos: B.Böhringer-Retter

 

Greifvögel:                      Greifvogelstation in Bad Friedrichshall

Eichhörnchen:              Notruf für Eichhörnchen

Igel:                                    Igel-Connection in Schwaigern 

 


Mauersegler verlassen überhitzte Nester

Junge Mauersegler in einem Nistkasten
Junge Mauersegler in einem Nistkasten im Kirchturm der Johanneskirche in Untergruppenbach Foto: Volker Koehler

Beim NABU Heilbronn gingen 2015 viele Hinweise ein, dass Jungvögel aufgrund der Hitze aus ihren Nester geflüchtet sind. Insbesondere Mauersegler verlassen ihre überhitzten Nester und stürzen in die Tiefe.

 

 

Der NABU weist auf folgende Sofortmaßnahmen hin:

  • Die noch nicht flugfähigen Jungvögel sind meist überhitzt. Sie sollten vorsichtig tropfenweise mit Wasser versorgt werden.
  • Der Jungvogel sollte auf ein Frotteehandtuch in einen Karton gesetzt werden, damit er nicht Opfer einer Katze wird und sich erholen kann.
  • Wenden Sie sich an den nächsten Tierarzt.
  • Mauersegler niemals in die Luft werfen.
  • Meist hat es wenig Sinn, abgestürzte Jungsegler in ihre Nester zurück zu setzen.

Ausführliche Hinweise finden sich unter www.mauersegler.com

 

vk 


Im Kirchturm ist was los

Mauersegler, Dohlen und Stare brüten

Zwei junge Dohlen im Kirchturm
Zwei junge Dohlen im Kirchturm. Foto: Volker Koehler

Nicht nur in der Johanneskirche in Untergruppenbach ist was los. Auch im Kirchturm oberhalb der Kirchenglocken tut sich was. Denn bei Mauerseglern, Dohlen und Staren gibt es Nachwuchs in den Nistkästen. Die Jungvögel sind ständig hungrig.

 

Mauersegler brüten erst seit 2013 im Turm der Johanneskirche in Untergruppenbach. Neun Eier in drei Nistkästen sind das Ergebnis in diesem Jahr. Mauersegler erinnern in ihren Verhalten an Schwalben, sind aber größer und mit diesen nicht verwandt. Sie sind optimal an das Leben in der Luft angepasst und schlafen sogar in der Luft. Sie sind nur von Ende April bis Ende Juli bei uns und überwintern im südlichen Afrika.

 

Dohlen haben schon zehn Jahre länger Unterschlupf im Kirchturm gefunden. Im Jahr 2015 wurden sechs Nester besetzt, doppelt so viele wie im Vorjahr, mit zusammen 21 Jungvögeln. Die Rabenvögel haben ein überwiegend schwärzliches Gefieder mit einem grauen Nacken und kurzem Schnabel. Sie sind ganzjährig bei uns und fallen durch ihre akrobatischen Flugmanöver rund um den Kirchturm auf. Nach Nahrung suchend sind sie auch auf den umliegenden Feldern zu sehen. 

 

Einen weiteren Nistkasten hatte ein Starenpaar in Beschlag genommen. Es war damit beschäftigt, vier Jungvögel satt zu bekommen. vk 


Schwalbenpfütze am Trappensee

Schwalbenpfütze
Links: Die NABU-Mitglieder verfüllen die Mulde über der Teichfolie mit Lehm. Rechts: Die fertige Schwalbenpfütze wird mit Wasser gefüllt. Fotos: Volker Koehler

Rauchschwalben leben in Kuh- oder Pferdeställen. Ihr napfförmiges Nest bauen sie aus Lehm. Die einzige Rauchschwalbenkolonie in Heilbronn befindet sich in den Reitställen am Heilbronner Trappensee.

Die NABU-Vorsitzende Britta Böhringer-Retter hat festgestellt, dass die Nester in den Reitställen oft herunterfielen, weil der Lehm mit Sand vermischt und wenig haltbar war. So entstand die Idee, eine Schwalbenpfütze mit Lößlehm zu erstellen, um den Rauchschwalben Baumaterial anzubieten. Zum Glück war Beate Engelhardt, die Vorsitzende des Reitervereins am Trappensee, sofort einverstanden. "Wir sind sehr froh über unsere Schwalben, weil wir dank ihnen viel weniger Fliegen in den Ställen haben", meinte sie und stellte auf ihrem Gelände eine geeignete Fläche zur Verfügung.

 

Die NABU-Gruppe traf sich zum Arbeitseinsatz. Mittels einer Teichfolie entstand eine Mulde, die mit Lehm verfüllt wurde und von nun an feucht gehalten werden soll. Nach ihrer Rückkehr aus dem Winterquartier im südlichen Afrika finden die Schwalben nun geeignetes Baumaterial vor.


Ein Platz für Mauersegler

Mauerseglerkästen
Neue Mauerseglerkästen entstanden beim Renovieren des Amtsgerichts in Heilbronn. Foto: Christoph Armbruster

Beim Renovieren des Amtsgerichts-Gebäudes in der Wilhelmstraße in Heilbronn entstanden neun neue Appartements für Mauersegler. Die Kästen wurden in die Wärmeschutzisolierung unter dem Dach des Gebäudes integriert. Die Idee für diese Aktion hatte Wolf-Dieter Riexinger von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Heilbronn. Werden doch Brutplätze an unverputzen Fassaden für die eleganten Vögel in der Stadt immer seltener.

 

In einer Gemeinschaftsaktion finanzierten die NABU-Gruppe Heilbronn und der Bauträger Vermögen und Bau Baden-Württemberg drei Mauerseglerkästen, die jeweils drei Brutplätze haben. Christoph Armbruster vom NABU hofft, dass die Mauersegler die Kästen nach ihrer Rückkehr vom Winterquartier in Afrika Ende April gleich finden. Mauersegler verbringen ihr ganzes Leben in der Luft, selbst zum Schlafen. Nur zum Brüten landen sie.  vk 


Aktion Schwalbenschutz

Frau Trefz' Patenkind freut sich ebenfalls über die Plakette.
Frau Trefz' Patenkind freut sich ebenfalls über die Plakette.

Noch kennt sie jeder: die akrobatischen Flugkünstler, die das Ende des Winters verkünden. Mehl- und Rauchschwalben haben sich als sogenannte ‚Kulturfolger‘ an eine von Menschen geprägte Umgebung angepasst. Doch inzwischen sind sie trotz ihrer Anpassung zu Sorgenkindern des Naturschutzes geworden. Die Intensivierung der Landwirtschaft, zunehmende Hygieneanforderungen und die starke Versiegelung der Landschaftsflächen machen ihnen zu schaffen. Von 2012 auf 2013 wurden 20% weniger Schwalben gezählt! Die gezielte Anbringung von Kunstnestern an geeigneten Häusern kann hier Abhilfe schaffen.

 

Die NABU Gruppe Heilbronn hat seit 2013 deshalb einen ihrer Schwerpunkte auf den Schwalbenschutz gelegt. Ausgebildete Schwalbenbetreuer kartieren in allen Stadtteilen und Ortschaften südlich von Heilbronn die vorhandenen Nester, beraten und informieren Hausbesitzer.  

 

Am letzten Freitag Mittag war es soweit: Drei Schwalbennisthilfen konnten mithilfe eines Hubsteigers der Firma ZEAG an die Hausfassade der ehemaligen Apotheke Trefz in Horkheim angebracht werden. Unter einem strahlend blauen Vorfrühlingshimmel wurde dafür gesorgt, dass die aus Afrika kommenden Mehlschwalben Ende April/Anfang Mai fertige Behausungen vorfinden.

 

Apropos: Ihren Namen verdankt die Mehlschwalbe ihrer reinweißen Unterseite, sprichwörtlich als hätte sie im Mehl gesessen. Rauchschwalben dagegen haben eine rotbraune Gesichtsmaske,  auffällig lange Schwanzspieße und  brüten im Inneren von Gebäuden, bevorzugt in Ställen.

 

Auf das Sprichwort hoffend „ Wenn Schwalben am Haus brüten, geht das Glück nicht verloren“  hat Frau Trefz ihre Fassade zur Verfügung gestellt und ist mit einer Plakette  „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet worden.