Wildtiere in Not

Fotos: Jutta Seidel

                                    Auch andere Wildtiere werden gefunden, die sich in Not befinden:

z. B. Feldhasen und Eichhörnchen, sie werden an spezielle Pflegestellen weiter geleitet,  die sich bei der Tierart auskennen. Dort werden sie fachmännisch aufgepäppelt und anschließend ausgewildert.

Igel gefunden – was nun?

Igelnachwuchs
Foto: Matthias Paukert

Im September haben Igel häufig einen zweiten Wurf. Diesen sog. September-Igelchen bleibt je nach Wetterlage oft nicht viel Zeit, um sich die erforderliche dicke Speckschicht für den anstehenden Winter anzufressen. Findet man im fortgeschrittenen Herbst dann solche noch sehr kleinen Igel (bis ca. 400 g), stellt sich häufig die Frage: braucht das Tier menschliche Hilfe, um zu überleben oder nicht?

 

Grundsätzlich gilt: nur im äußersten Notfall eingreifen, denn die besten Chancen, langfristig zu überleben, hat das Tier, wenn es draußen bleibt und nicht in Menschenhand kommt. Gewöhnlich kann man durch aufmerksame Beobachtung relativ schnell entscheiden, welcher Fall zutrifft

 

Zuerst gilt es abzuklären, ob das Tier krank und geschwächt wirkt oder ob ihm „lediglich“ der notwendige Speck fehlt.

 

Hier eine Orientierungshilfe:

- Igelbabies (unter 100 g), die verlassen und ausgekühlt gefunden werden, brauchen schnellstmöglich v.a. Wärme (z.B. durch eine in Stoff gehüllte warme, aber nicht heiße, Bettflasche) und Muttermilchersatz. Das Aufpäppeln solcher Igelbabies ist mitunter nicht ganz einfach, deshalb am besten schnellstens Rat beim Tierarzt oder einer Igelstation (s.u.) holen. 

 

- Igelkinder (bis ca. 400 g), die alleine und scheinbar orientierungslos tagsüber herumlaufen, sind möglicherweise krank und geschwächt. Auch hier ist der erste Gang zum Tierarzt.

 

- Igel, die ab Mitte Oktober abends und nachts mit geringem Gewicht (ca. 250 - 500 g) angetroffen werden, aber grundsätzlich gesund wirken (klare Augen, normale Abwehrreaktionen und Reflexe), sollten nach Möglichkeit durch regelmäßige Futtergabe an einer geschützten und gleichbleibenden Stelle unterstützt werden. Diese Igel sollten also draußen bleiben, denn sie sind in der Lage sehr schnell zu lernen, wo ihnen eine regelmäßige Nahrungsquelle zur Verfügung steht. Mit der Unterstützung durch regelmäßige Futtergaben haben sie eine gute Chance zu überleben und lernen draußen gleichzeitig  alles, was sie als erwachsener Igel im nächsten Frühjahr  wissen müssen. 

 

Bei Tage lang anhaltenden wärmeren Temperaturen können sie auch ihren Winterschlaf unterbrechen, um zu fressen. Auch für diesen Fall ist ein bekannter Futterplatz sehr hilfreich. Grundsätzlich beginnt für Igel die Schwierigkeit, Nahrung zu finden erst mit dem Frost, wenn Regenwürmer, Schnecken und Insekten nicht mehr verfügbar sind. 

 

Die beste dauerhafte Hilfe für Igel im Garten ist eine möglichst naturnahe Gestaltung, Verzicht auf Chemie im Garten und die Einrichtung eines regengeschützten Unterschlupfes zur Jungenaufzucht und für den Winterschlaf. 

 

Text: Dipl.-Biologin Cornelia Paukert

 

 

 

 

 

Jeder Igel - und das ist wahr,

schläft im Rührei wunderbar.

Das sollt ein jeder Päppler wissen,

dann wird der Igel nix vermissen.

 

 

 

Foto und Text: Jutta Seidel

 


Igel suchen Winterquartiere auf

Foto: NABU/Bernd Kunz
Foto: NABU/Bernd Kunz

Im Oktober und November sind die Igel noch unterwegs auf Futtersuche, um sich genügend Winterspeck für den Winterschlaf anzufuttern. 2019 haben viele Igelweibchen spät ihre Jungen bekommen, eventuell wegen des regenarmen Sommers, der das Finden der Nahrung im harten und trockenen Boden erschwert hat.

Wenn ein Igel aufgefunden wird, sollte er zuerst einmal gewogen werden. Damit ein Jungigel den Winter übersteht, sollte er mindestens 500 g wiegen. Wenn sein Gewicht darunter liegt, sollte er am besten mit Nass-Katzenfutter in Pastetenform gefüttert werden. Bei verletzten Tieren sollte der nächste Tierarzt aufgesucht werden bzw. eine Igelstation kontaktiert werden. Bitte kein gekauftes spezielles Igelfutter füttern, da es Getreide enthält und bei den meisten Igeln Durchfall verursacht.

 

Hilfe für Igel in der Region Heilbronn:

Igel-Connection, 74193 Schwaigern-Massenbach, Raiffeisenstraße 42, in der Zehentscheuer direkt neben dem Schloss, Telefon 07138 8129113