Bruterfolg im Kirchturm

Über einen Bruterfolg im Kirchturm der evangelischen Johanneskirche in Untergruppenbach freute sich der NABU. Alle Mauersegler-Nistkästen waren in diesem Jahr ausgebucht.  Zehn Brutpaare brüteten im Kirchturm. Insgesamt kamen 32 Jungvögel zur Welt, 2021 waren es 22. Das ist ein schöner Erfolg und das bisher erfolgreichste Jahr für die Langstreckenflieger.

Erfolge gab es auch bei den im Kirchturm brütenden Dohlen. Sieben Brutpaare brachten zusammen 22 Jungvögel zur Welt (2021: sechs Brutpaare mit 32 Jungvögeln). Letztes Jahr brüteten außerdem Turmfalken. In diesem Jahr konnten sie sich nicht durchsetzen. Die Dohlen haben deren letztjährigen Nistkasten erobert.

Auch bei den Langohr-Fledermäusen gab es aller Voraussicht nach Nachwuchs. Es konnte eine Wochenstube in der Kirchturmhaube beobachtet werden. vk

Junge Dohlen im Kirchturm der Johanneskirche in Untergruppenbach.  Foto: NABU/ Volker Koehler
Junge Dohlen im Kirchturm der Johanneskirche in Untergruppenbach. Foto: NABU/ Volker Koehler

Gut entwickelt

Gelbbauchunke in Oberheinriet. Foto: Volker Koehler/NABU
Gelbbauchunke in Oberheinriet. Foto: Volker Koehler/NABU

Gut entwickelt hat sich die Population von Gelbbauchunken im neu angelegten Gewässer an der Schozach im Gewann Holzwiese in Oberheinriet. Davon konnten sich die NABU-Aktiven bei einer Führung überzeugen. So wurden Kaulquappen beobachtet. Der Wasserstand ist ausreichend, damit die jungen Gelbbauchunken wachsen können. vk


Frankenbacher Schotter

Nur im Rahmen einer Führung ist es möglich, das Naturschutzgebiet Frankenbacher Schotter zu betreten. Rund zwanzig Interessierte ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen. Wolf-Dieter Riexinger von der unteren Naturschutzbehörde der Stadt Heilbronn stellte mit viel Fachwissen die Besonderheiten vor.

Aus einer aufgelassenen Kiesgrube ist ein wertvolles Ersatzbiotop geworden wie in einer naturbelassenen Aue. Sandbienen legen ihre Eier an der Lößwänden ab. Die Naturschützer beobachteten einen Buntspecht an dieser Steilwand. Verschiedene Tümpel werden so hergerichtet, dass sie für bestimmte Amphibienarten attraktiv sind. So kommen in dem Gelände seltene Kammmolche, Gelbbauchunken und Wechselkröten vor.

Wolf-Dieter Riexinger (4. von links) bei der Führung durch das Naturschutzgebiet Frankenbacher Schotter.  Foto: Volker Koehler/NABU
Wolf-Dieter Riexinger (4. von links) bei der Führung durch das Naturschutzgebiet Frankenbacher Schotter. Foto: Volker Koehler/NABU

Naturgartenbesichtigung:

privater Hortusgarten mit dem 3-Zonenprinzip in Ilsfeld

Bei hochsommerlichen 33 ° im Schatten durften interessierte Besucher einen Privatgarten in Ilsfeld im Juni '22

besuchen, der nach diesem Konzept angelegt wird bzw. zum größten Teil schon angelegt ist. Die Umwandlung eines konservativ angelegten Vorgartens in einen Hortusgarten, wird nach und nach verwirklicht. Mit vielen guten Ideen aber auch anstrengender Arbeit gelingt Ihnen dieses Vorhaben, dabei steht der Schutz der Artenvielfalt an erster Stelle. 

Herr und Frau Thullner erklärten uns die verschiedenen Module ihres Gartens, Ihre Beweggründe warum sie diese Art des Gartens gewählt haben und ihre Zielsetzung.  

Mit unglaublich viel Liebe zum Detail wurden hübsche Nischen erschaffen : Benjeshecken( Naturzaun) und Käferkeller , kleine Tümpel mit einem kleinen Natursee, wo sich verschiedene Libellenarten tummelten, Igelhäuser, Steinpyramiden und ein großes Sandarium, das  bodenbrütende Insekten anlockt. Dazwischen überall Inseln mit insektenfreundlichen Pflanzen, die eifrig umsummt und umbrummt wurden. Verschiedene Gemüsepflanzen in selbstgebauten Kisten, eine Kräutergartenecke, romantisch-überwuchernde Ecken mit Sitzgelegenheit,  einfach ein Platz zum Seele baumeln lassen und Kraft tanken!

Der Erfinder dieses Gartenprinzips ist Markus Gastl, der auch das Hortus-Netzwerk gegründet hat.    

             

                                                                     Der Hortus-Garten wird in drei Zonen unterteilt:

Die Puffer-Zone:

Dieser Bereich grenzt den Garten nach außen ab. Eine Hecke aus verschiedenen, einheimischen Sträuchern bietet vielen Tieren einen Lebensraum und Nahrung und schützt den Garten vor äußeren Einflüssen. Auch kann Kompost dort zum Verrotten abgelegt werden. 

Die HotSpotZone:

In diesem Bereich wird die Artenvielfalt der Pflanzen durch Ausmagern gefördert : Die Düngung wird eingestellt, 

gemäht maximal zwei Mal pro Jahr, am Besten mit der Sense, das Mähgut wird abgeräumt. Oder der Oberboden wird komplett abgetragen und man füllt ihn mit einem Sandgemisch wieder auf. Danach wird eine Wildblumen -mischung eingesät und abgewartet. Ab dem 2.Jahr entwickeln sich auch 2-jährige Stauden, die Wiese wird immer schöner. Drainageschichten aus unbelastetem Bauschutt können auch verwendet werden, auf die Schotter und/oder Lehmsand aufgetragen wird. Dadurch wird ein Standort geschaffen, der mit großer Kreativität in Verbindung mit geeigneten Futterpflanzen eine Oase für Insekten entstehen lässt. Naturmodule wie Totholz, Steinpyramiden, Sandarien oder Ziegelbauten ergänzen das Angebot und bilden hübsche Highlights.

Die Ertragszone:

Dieser Gartenbereich wird für den Anbau von Obst, Gemüse u.a. genutzt. Als Dünger wird dabei der Gartenabfall

aus den beiden anderen Zonen benutzt -  ein Kreislauf entsteht.

 

Weitere Infos gibt es unter www.hortus-netzwerk.de, dabei ist auch eine Pflanzen-Datenbank.

 

 

 

 

Mitgliederversammlung 2022

Einige Jahre war der Posten des zweiten Vorsitzenden vakant. Wir freuen uns, dass bei der Mitgliederversammlung am 30. April 2022 alle Vorstandsämter neu besetzt wurden: Zweite Vorsitzende ist nun Carmen Gah, neuer Schriftführer Fabian Reichert. Bestätigt wurden Britta Böhringer-Retter als Vorsitzende, Nicole Simon als Jugendleiterin, Volker Koehler als Öffentlichkeitsrefent sowie Jürgen Helfrich und Holger Polläne als Kassenprüfer.
Bezirksgeschäftsführer Marco Lutz stellte sich per Videobotschaft vor. 1.295 Mitglieder gehören zur NABU-Gruppe Heilbronn und Umgebung.

  1. Es war eine Sensation, als im Januar ein Waldrapp ein paar Tage in Neckargartach beobachtet werden konnte, so Böhringer-Retter. Er stammte aus einer österreichischen Freiflugkolonie.
  2. Rebhühner sind seit 1970 um 90 Prozent zurückgegangen. Deshalb fand eine durchaus erfolgreiche Kartierung statt. Im nächsten Schritt sollen Schutzmaßnahmen umgesetzt werden.
  3. In Oberheinriet wurden Tümpel für Gelbbauchunken an der Schozach gegraben.
  4. Nashornkäferlarven wurden umgesiedelt. Sie sind doppelt so groß wie Maikäfer-Engerlinge.
  5. Die Naturschützer appellierten an die Stadt Heilbronn, wieder eine Baumschutzsatzung zu erlassen.
  6. 149 Jungvögel wurden im vergangenen Jahr von Hand aufgezogen.
  7. Die Apfelernte ergab über acht Tonnen Äpfel zur Versaftung.
  8. 120 von der Jugendgruppe gebastelte Glühwürmchen fanden auf der Heilbronner Waldnacht reißenden Absatz und waren schon nach einer Stunde an die Besucher verteilt.

Als langjährige Mitglieder wurden geehrt:
Lore Junghof, Heilbronn (50 Jahre), Franz Harasko aus Ilsfeld (40 Jahre), Carmen Gah, Dieter Sackmann (beide Heilbronn) und Elsbeth Hege (Ilsfeld-Auenstein) für jeweils 20 Jahre. vk

Ehrungen beim NABU: von links Franz Harasko, Lore Junghof, Carmen Gah, Dieter Sackmann, Elsbeth Hege und Vorsitzende Britta Böhringer-Retter.  Foto: NABU/ Volker Koehler.
Ehrungen beim NABU: von links Franz Harasko, Lore Junghof, Carmen Gah, Dieter Sackmann, Elsbeth Hege und Vorsitzende Britta Böhringer-Retter. Foto: NABU/ Volker Koehler

Frühjahrsputz im Neckarbogen

Rechtzeitig zum Frühlingsanfang wurde jetzt der beliebte 600 m lange Ufersteg über dem Neckar nach 5-monatiger Sperre wieder für Besucher und Spaziergänger frei gegeben. Die Sperre dient zum Schutz der dort überwinternden, seltenen Wasservögel, wie Reiher- und Tafelenten. Gleich nach der Öffnung wurde zu sechst das Umfeld von Müll und Abfall gesäubert. Auf Initiative von Gästeführer Reinhold Schmidt hat eine kleine Gruppe bestehend aus Naturschutzbund und BUGA-Freunden bei strahlendem Sonnenschein vielerlei Unrat eingesammelt. Diese Aktion wurde in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde durchgeführt, da es sich um eine besonders sensible Fläche handelt.

Die Aktion wurde auch von zahlreichen Spaziergängern und Fahrradfahrern beachtet,  dabei kam es zu spontanen und intensiven Gesprächen. Für ihrem 'Frühjahrsputz' erhielten die ehrenamtlichen Akteure viel Anerkennung und Zuspruch. Nach drei Stunden Müll einsammeln kam eine ganz stattliche Menge an Abfall zusammen. " Mit unserer Aktion wollen wir Vorbild sein: Müllvermeidung und Recycling waren schon im BUGA-Konzept 2019 wichtige Themen", so Schmidt. Unterstützung erhielt die Gruppe vom städtischen Grünflächenamt mit der Bereitstellung einer geeigneten Ausrüstung "Das ist ein gutes Beispiel für effiziente Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und engagierter Bürgerschaft",  sagte die Vorsitzende des Nabu Heilbronn mit einem herzlichen Dank an die fleißigen Helfer*innen.


Die Amphibienwanderung ist beendet!

Durch die milden Temperaturen hat die Wanderung der Amphibien zu ihren Laichgewässern am 17. Februar 2022 begonnen. Deshalb sind wieder viele Helferinnen und Helfer unterwegs, die an den betreffenden Straßen die Krötenzäune kontrollieren. An diesen Streckenabschnitten beträgt die Mindestgeschwindigkeit 30 km/h.

                                                     Bitte nehmen Sie Rücksicht auf Tier und Mensch!

Das offizielle Ende dieser Saison ist der 13.4.2022.


Kopfweidenschnitt unter erschwerten Bedingungen

Foto: NABU/ Volker Koehler
Foto: NABU/ Volker Koehler

Bis zu den Gummistiefeln stand man im Wasser, um bis zu den Kopfweiden vorzudringen. Die Kopfweiden im Heilbronner Köpfertal bekamen am 12. Februar ihren jährlichen Schnitt.


Pflegeaktion im „Neubergle“

Am Samstag, den 22. Januar 2022, machten sich neun Helferinnen und Helfer, ausgestattet mit Ast-und Heckenscheren, Motorsäge und anderem nützlichen Equipment, auf zur Landschaftspflege nach  Untergruppenbach. Eines unserer eigenen Grundstücke, ein ehemaliger Weinberg, musste freigeschnitten werden.

Ein aufgelassener Weinberg verwildert sehr schnell: durch natürliche Sukzession machen sich schnell Pioniergehölze breit. Dazu gehören z. B. die Brombeere, der Hartriegel, der Schwarzdorn und hier auch die kanadische Goldrute. Der sonnige Terrassenhang bietet beste Voraussetzungen für einen Magerrasen, der einen besonders artenreichen Biotoptyp darstellt. Viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten finden hier einen idealen Rückzugsort. Der Hang mit seinem Magerrasen gilt als gefährdeter Lebensraum, seine Erhaltung ist daher ein wichtiges Anliegen für uns.

Nach dem mehr als vierstündigen gemeinsamen Einsatz konnte sich das Ergebnis sehen lassen und das "Picknick auf Rädern" entschädigte die engagierten, nun müden Arbeitenden.

 

 

 

 

 

                             Blindschleichen –

Typische Bewohner sonniger Hänge

 

 

 

 

Foto:NABU


Nistkastenbauprojekt  in Abstatter                            Grundschule – NABU macht Schule

Ein „Wohnungsprojekt“ der etwas anderen Art

Wohnungsnot der etwas anderen Art treibt die Verantwortlichen des NABU schon seit Jahren um. Die Situation unserer einheimischen Singvögel ist ähnlich angespannt wie die auf dem realen Wohnungsmarkt. Auch hier bestimmt das Angebot die Notlage. Weil Naturhöhlen fehlen, weil alte und morsche Bäume nicht mehr vorhanden sind oder weil an Gebäuden geeignete Brutnischen fehlen, muss künstlicher Ersatz geschaffen werden.

 

Mit der Unterstützung von Schulleitung, Lehrerinnen und Förderverein der Abstatter Grundschule konnten insgesamt 25 Nisthilfen für Höhlen- und Halbhöhlenbrüter gebaut werden. Finanziert wurde diese Aktion übrigens jeweils hälftig vom Förderverein der Grundschule und der NABU-Gruppe Heilbronn.

Dem Handwerklichen haben die Klassenlehrerinnen zusammen mit NABU-Mitgliedern jeweils zwei Schulstunden vorangestellt. Hier wurden den Kindern Informationen zu einheimischen Vögeln und deren zunehmend schwindenden Lebensraum vermittelt.

Die Kinder hatten sichtlich Freude, die sogenannten "Ei-Zellen"  im Bausatz zusammenzuschrauben. Hier waren Kraft und handwerkliches Geschick gefordert, denn die von den Insassen der Justizvollzugsanstalt Heimsheim hergestellten Häuschen aus zertifiziertem Holz, sind sehr stabil.

 

Die Anbringung der Nisthilfen erfolgt durch die freundlicher Unterstützung des Bauhofs Abstatt bis  Ende Januar,

verteilt in den Gemeinden Happenbach und Abstatt.

Die Mädchen und Jungs haben diese Aufgabe übrigens durchweg mit Bravour gelöst.                                 J.Helfrich 


Stunde der Wintervögel  vom 6.–10.1.2022

Eine Stunde lang zählten wir bei trockenem, sonnigem Wetter am 6. Januar 2022 im Pfühlpark Heilbronn die Vögel.

Wir beobachteten 1 Buchfink, 3 Kohlmeisen, 2 Blaumeisen, 3 Amseln, 3 Baumläufer, 1 Eichelhäher, 1 Rotkehlchen, 2 Ringeltauben, 19 Stockenten, 5 Teichhühner, 1 Weidenmeise, 1 Schwanzmeise, 2 Nilgänsen und 1 Kleiber.

                                                                                                    Stieglitz                                         Foto:Nabu


Zwei weitere Amphibienkübel eingegraben

Im Dezember 2021 wurden mit vier Helfern zwei Kübel auf unserem feuchten Wiesengrundstück in Oberheinriet eingegraben. Neben der Schozach befinden sich schon unsere beiden Amphibiengewässer, die Erdkröten zum Laichen benutzen dürfen. Andere Amphibien haben an das Laichgewässer andere Anforderungen: so die hier heimische seltene Gelbbauchunke. Sie bevorzugt kleine, sonnige Wasserstellen mit spärlichem Pflanzenbewuchs. Solche Kübel werden von ihnen in der Regel gut angenommen. Nun hoffen wir, daß sich im Frühjahr einige Interessenten einfinden werden.

Übrigens:  Wenn man genau hinschaut, erkennt man die herzförmigen Pupillen !

Alle Fotos: Steffi Kielhorn


Aktion zum Tag des Bodens am 15.12.2021

BodenLos – Boden tot , Mensch in Not:  Aktion mit Mahnwache von BUND und NABU am "Tag des Bodens"

Der Flächenfraß ist eines unserer größten Umweltprobleme!

Tag für Tag werden in Baden-Württemberg über 48.000 Quadratmeter Boden zerstört. Wertvolle Ackerflächen werden zerstört und damit Nahrungsgrundlagen in unseren gemäßigten Breiten, die wegen der Klimakrise künftig  noch größere Bedeutung erlangen werden.

Der Verlust der Böden befeuert den Klimawandel, das Artensterben, Hitzewellen und Überschwemmungen.

Damit muss endlich Schluss sein!


Infostand: Fachtagung für pädagogische Fachkräfte bei der AIM

Am Samstag, den 13.November 2021 fand die 8. Fachtagung für Pädagogen statt unter dem Thema: 

                                                   "Die Welt entdecken – Nachhaltig Leben – Zukunft gestalten"

 

Zwischen den Vorträgen und den Workshops konnten die Teilnehmer in der Aula unseren Stand besuchen, der zu vielen Themen kostenlose Infobroschüren bereithielt. Unser Geschäftsstellenleiter HN-Hohenlohe, Marco Lutz, Nicole Simon (Jugendgruppenleiterin) und Britta Böhringer-Retter ( Vorsitzende OG HN) teilten sich diese Aufgabe und kamen mit sehr vielen interessierten Besucherinnen und Besuchern in Kontakt. Dadurch ergaben sich  viele Gespräche, die wiederum uns motivierten und die Besucher mit Fachwissen versorgten.

Von rechts nach links: Nicole Simon, Britta Böhringer-Retter, Marco Lutz

Foto:Nabu