Klimastreik

Auch der NABU beteiligt sich an der Demo  "Fridays for Future"

Am 29. November 2019 haben wir uns am "Globalen Klimastreik" in Heilbronn beteiligt. Los ging's am Bollwerksturm, wo wir uns mit weiteren Vertretern von Verbänden und Organisationen versammelten und gemeinsam den Kundgebungen der "Fridays und Parents for Future" lauschten. Bei einer Tasse Punsch gab es Gelegenheit für interessante Gespräche.

Neben Schülern aus dem Stadt- und Landkreis waren auch viele Eltern und Großeltern gekommen. Mit Worten und selbstgebastelten Plakaten machten sie auf die drohende Erderwärmung und den persönlichen CO2-Fußabdruck aufmerksam. Auf dem Schild einer Jugendlichen war eine traurige Biene Maja zu sehen. Für uns als Engagierte im Artenschutz ist das eine besonders schmerzliche Mahnung, wie sehr unser Lebensstil und der Klimawandel unserer Insektenwelt zu schaffen macht. Umso wichtiger ist es, dass wir unseren Tieren und heimischen Lebensräumen eine Stimme geben und damit die Schülerinnen und Schüler unterstützen und ihnen mit unseren zahlreichen Naturschutz-Projekten Mut machen.

Bemerkenswert war auch, dass der ein oder andere NABU-Engagierte seine Mittagspause nutzte, um uns beim anschließenden Protestmarsch in der Innenstadt aufzuspüren und ein Stück mitzulaufen. Wie praktisch, dass wir in unseren blauen NABU-Jacken gut zu erkennen waren, denn immerhin nahmen rund 600 Klimaschützer an der Veranstaltung teil.

 


Igel suchen Winterquartiere auf

Foto: NABU/Bernd Kunz
Foto: NABU/Bernd Kunz

Momentan sind die Igel noch unterwegs auf Futtersuche, um sich noch genügend Winterspeck für den Winterschlaf anzufuttern. Dieses Jahr haben viele Igelweibchen spät ihre Jungen bekommen, eventuell wegen des regenarmen Sommers, der das Finden der Nahrung im harten und trockenen Boden erschwert hat.

Wenn ein Igel aufgefunden wird, sollte er zuerst einmal gewogen werden. Damit ein Jungigel den Winter übersteht, sollte er mindestens 500 g wiegen. Wenn sein Gewicht darunter liegt, sollte er am besten mit Nass-Katzenfutter in Pastetenform gefüttert werden. Bei verletzten Tieren sollte der nächste Tierarzt aufgesucht werden bzw. eine Igelstation kontaktiert werden. Bitte kein gekauftes spezielles Igelfutter füttern, da es Getreide enthält und bei den meisten Igeln Durchfall verursacht.

 

Hilfe für Igel in der Region Heilbronn:

Igel-Connection, 74193 Schwaigern-Massenbach, Raiffeisenstraße 42, in der Zehentscheuer direkt neben dem Schloss, Telefon 07138 8129113


Möbel Rieger: Spende für den Naturschutz

Am neuen Standort in Heilbronn hat Möbel Rieger die Auszeichnung "Hülsta-Händler des Jahres 2019" bekommen. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Diesen Betrag hat das Möbelhaus dem Naturschutzbund Heilbronn gespendet. Geschäftsführer Benno Rieger sind Umwelt und Nachhaltigkeit besonders wichtig. Die Spende soll für die Landschaftspflege und zum Erhalt von Lebensräumen geschützter Tier- und Pflanzenarten in der Region Heilbronn eingesetzt werden. Britta Böhringer-Retter vom NABU freute sich: "So eine Spende bekommen wir nicht alle Tage."

 

 

 

Bild oben: Britta Böhringer-Retter und Benno Rieger mit dem Spendenscheck.   Foto: privat


Unterschriftensammlung für Artenschutz-Volksbegehren angelaufen

Der Vertrauensmann des Volksbegehrens, Tobias Miltenberger (Dritter von rechts), kann auf viele Unterstützer zählen.  Foto: HSt/Dennis Mugler
Der Vertrauensmann des Volksbegehrens, Tobias Miltenberger (Dritter von rechts), kann auf viele Unterstützer zählen. Foto: HSt/Dennis Mugler

Die Initiatoren des Artenschutz-Volksbegehrens in Baden-Württemberg haben nun sechs Monate Zeit, um 770 000 Unterschriften zu sammeln. Gelingt ihnen das, muss sich der baden-württembergische Landtag mit dem Gesetzentwurf der Naturschützer beschäftigen. Zu den Unterstützergruppen gehört auch der NABU.

 

Die Unterschriftenlisten liegen u. a. aus auf der BUGA bei den Ständen der Umweltverbände (Richtung Wohlgelegen).

Viele Infos und den ganzen Artikel aus der Heilbronner Stimme (25. September 2019) finden Sie hier:

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Herbstmarkt im botanischen Obstgarten 2019

Auch in diesem Jahr hatten wir wieder einen Stand beim Herbstmarkt, dieses Mal mit dem Thema Insekten.

 

 

 

 

Dabei konnten wir einen Teil unserer Insektenfunde

zeigen, die einige Leute doch verblüfften. So gab es u.a. Hirschkäfer, Libellen und ihre Larven, Maikäfer und Rosenkäfer zu bestaunen.

Viele kannten die einzelnen Entwicklungsstadien des Marienkäfers nicht. 

Gleichzeitig sammelten wir Unterschriften für das Volksbegehren zum Artenschutz "Rettet die Bienen".

Fotos: B.Böhringer-Retter

                               Wie man sieht, wurde auch am Bastelstand das Thema Insekten umgesetzt!

Heilbronner Waldnacht 2019 mit dem Naju

Rund um das Leben der nachtaktiven Tiere mit den Leitern Nicole Simon, Guido Löscher und Carmen Gah von der Naju ( Naturschutzbund-Jugend) HN, mit Unterstützung jugendlicher Naju-Helfer 

                                                                        Eulen - die Könige der Nacht

Mit Infos über die Eulenarten in der Heilbronner Umgebung und das Angebot zum Basteln eines Lampions mit Eulengesicht konnten wieder viele strahlende Kinder den Stand verlassen.


ACHTUNG:  Unterstützung  gesucht!

Für unseren Vorstand suchen wir neue Verstärkung: Der Posten als stellvertretende/r Vorsitzende/r und der Posten des/r Kassiers/erin  sind neu zu besetzen!

 

Im kommenden Jahr wird die Mitgliederversammlung wieder im März stattfinden, wobei auch die Neuwahlen anstehen. 

Bei Interesse bitten wir um Meldung bei der Vorsitzenden Britta Böhringer-Retter oder auch gerne bei einem anderen Vorstandsmitglied. Eine spezielle Ausbildung wird nicht benötigt;  Interesse an Naturschutzthemen, Kontaktfreude, Teamfähigkeit und die Bereitschaft zu lernen genügen. Wir sind auch alles Laien und haben uns das nötige Wissen im Lauf der Zeit angeeignet.

Eine gute Einarbeitung und Unterstützung ist selbstverständlich, wir freuen uns über jede Anfrage.

 


Apfelernte 2019

Am Samstag, 14.09.2019, haben wird zum ersten Mal in diesem Jahr Äpfel auf unseren Streuobstwiesen am Ehrenfriedhof geernet. Knapp zwei Tonnen (1984 kg) Äpfel sind von 23 kleinen und großen Helfern gesammelt worden.

Vielen herzlichen Dank dafür, sei es für die Bereitstellung der Transportmöglichkeit, der Zubereitung des Vespers, der Organisation und - last not least - den fleißigen Schüttlern und Sammlern, ohne die dieses Ergebnis nicht zusammengekommen wäre!

Da uns dieses Jahr wieder ein trockener Sommer beschert wurde, fiel die diesjährige Menge nicht so üppig aus.

Trotzdem konnten nach zwei weiteren Leseterminen insgesamt 3.878 kg Äpfel bei der Firma Gunkel, HN, abgeliefert werden, der dort als leckerer Biosin Apfelsaft verkauft wird, als naturtrübe oder klare Variante. 

 


Ausflug an den Bodensee

Bei der Führung durch das Naturschutzgebiet auf der Halbinsel Mettnau bei Radolfzell.

Foto: NABU/Volker Koehler

Fotos:B.Böhringer-Retter


Die Bienen-Ragwurz- eine einheimische Orchideenart

Eine erfreuliche Entdeckung konnten wir kürzlich auf einer unserer Streuobstwiesen machen: Durch permanentes Ausmagern der Wiese hat sich eine einheimische Orchideenart, die Bienen-Ragwurz, angesiedelt. Sie bevorzugt basenreiche Trockenrasen, Magerrasen und  nicht allzu trockene Standorte.

In der Regel kommt es zur Selbstbestäubung – eine Seltenheit, da normalerweise die Fremdbestäubung durch Insekten stattfindet. Oft blüht die Bienen-Ragwurz nur wenige Male und verschwindet dann wieder oder sie benötigt einige Jahre bis zur nächsten Blüte.
In den letzten Jahren scheint es eine gewisse Ausbreitungstendenz der Bienen-Ragwurz zu geben, was viele Autoren auf die Klimaerwärmung zurückführen.


Mitgliederversammlung 2019

Der NABU-Vorstand verabschiedet sich von dem Ehrenvorsitzenden Jörg Kuebart (rechts). Er verlässt den Raum Heilbronn. Von links: Carmen Gah, Nicole Simon, Britta-Böhringer-Retter.  Der NABU bedankt sich ganz herzlich bei ihm für die 25 Jahre als Vorsitzender der Gruppe. Auch danach unterstützte er jederzeit mit Rat und Tat.               Foto:  NABU/Volker Koehler


Die Amphibienrettungsaktion 2019 ist beendet

Der 12.4.2019 ist der offizielle Endtermin für die diesjährige Saison der Amphibienwanderung.

Nun sind alle Daten ausgewertet von den drei Standorten unserer Amphibienaktion. Hier einige Fotos

von Kröte, Frosch und anderen Amphibien in der Galerie, viel Spaß!

Fotos: S.Kielhorn, B.Retter

Nicht immer sehen wir nur Schönes dabei:

die Kröten müssen zwischen Abfällen  durchlaufen, dabei kann es auch zu Schnittverletzungen kommen, z.B. an Glasscherben oder Blechdeckeln. Deshalb wird auch immer regelmäßig der Müll mit eingesammelt.

Wetter:

Das Winterhalbjahr 2018/2019 bescherte uns in der ersten Hälfte viel Regen, im Januar wurde es kalt mit etwas etwas Schnee, im Februar trockene, milde Tage bis 19° , die Nächte allerdings zum Teil noch bis 5°- ! Anfang März kamen wieder kühlere und feuchte Tage mit milderen Nächten. Der offizielle Start der Amphibienrettungsaktion begann am 1.März 2019.

Amphibienschutzaktion im Landkreis HN

1. Talheim/Frankelbachsee

Es werden dort an zwei Stellen die Amphibien gezählt: auf der Landstrasse und auf dem Weg zum Hohrainhof.

In diesem Bereich werden vor allem Erdkröten gefunden, lateinisch Bufo bufo. Die gesamte Population besteht aus mehreren Tausend Exemplaren, die im Frankelbachsee ablaichen. Sie laufen sternförmig aus allen Richtungen zum See und verteilen sich danach wieder in ihre Sommerquartiere. 

Auf dem Weg finden sich auch immer wieder Grasfrösche, dieses Jahr 42 Tiere, Molche (Bergmolch,2) und Salamander, 8 Tiere.  Männliche Erdkröten 1.188 und weibliche Tiere 203.

Auf der Landstraße fielen trotz mobiler Zäune, eingelassener Gitter und einer festen Leiteinrichtung 91 Erdkröten dem Straßentod zum Opfer. Wenn nicht so viele fleißige Helfer Abend für Abend an der Straße patrouillieren  würden, wäre die Zahl weitaus höher!

Gezählt wurden 874 männliche Erdkröten, weibliche 304, dies am Zaun gesammelten Tiere wurden zusammengezählt:  407. Rückwanderer vom See (nach dem Ablaichen) waren 136 Bufo bufo männlich, davon weiblich 23.

Insgesamt wurden an beiden Stellen 3.067 Erdkröten gezählt.

Fazit: von den Zahlen her, war es ein durchschnittliches Jahr. Es schwankt immer zwischen 3.000 bis 5.000 Bb.

 

2. Untergruppenbach/Burg Stettenfels

Die Straße zur Burg Stettenfels wird von den Erdkröten überquert, die von ihrem Winterquartier, dem Wald, zum Grundstück des Hofgutes Fritz wandern, der ein Gewässer enthält, in dem sie ablaichen. Ein neuer Teich wurde am Waldrand ausgehoben, um den Amphibien ein neues Habitat anzubieten, das optimalere Bedingungen bietet.

Durch einen Schutzzaun mit eingegrabenen Eimern,  werden viele Tiere abgehalten über die Straße zu laufen.

Der Krötenzaun hat sich bewährt, es wurden nur acht Amphibien getötet.

Die fünf Helfer müssen täglich die Eimer kontrollieren, wobei die Tiere gezählt, bestimmt und auf die andere Straßenseite gesetzt werden.

Dieses Jahr wurden insgesamt 278 Amphibien gezählt: davon waren 273 männliche Erdkröten, weibliche Tiere 43.

Acht Kröten und ein Molch wurden überfahren.

Außerdem gab es noch zwei Molche und einen Feuersalamander.

Fazit: Seit 2010 wird diese Strecke kontrolliert, dabei stiegen die Gesamtzahlen der Amphibien von 15 über knapp 700 Exemplaren. Dieses Jahr wurde deshalb mit insgesamt 278 Tieren ein schlechtes Ergebnis verzeichnet.

Allerdings wurden die zweitmeisten weiblichen Tiere festgestellt.

 

 

3. Flein/Leberbrunnensee

Im Fleiner Gebiet haben wir drei Teiche und zwei Tümpel, die im Frühjahr von Amphibien angewandert werden. Die Kontrollstrecken verlaufen auf den Feldwegen im Bereich des Leberbrunnensees, die für Fahrzeuge während der Amphibienwanderung von Anbruch der Dunkelheit bis 7h morgens gesperrt sind. Da einige Fahrer uneinsichtiges Verhalten zeigen, müssen diese Strecken kontrolliert werden. Außerdem werden die Amphibien bestimmt und gezählt. Vorwiegend sind in diesem Bereich Erdkröten zu finden, aber auch die seltene Wechselkröte ist dort unterwegs.

Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 1.181 Amphibien gezählt, davon 1.149 Erdkröten, davon wurden leider 12 nur noch tot aufgefunden. Das Zahlenverhältnis zwischen männlichen und weiblichen Tieren ist von Natur aus etwa 1:5 , d.h. männliche Bufo bufo sind immer in der Überzahl!

Unter anderem wurden auch fünf Grasfrösche, 12 Feuersalamander, ein Bergmolch und vierzehn Wechselkröten aufgefunden.

Fazit: Durch Überwachung der Strecken kann eine Tötung der Amphibien beinahe verhindert werden.

Die Laichgewässer der Wechselkröten sind z.T. dauerhaft trocken, so dass die Gefahr besteht, dass diese streng geschützte Art hier auf Dauer nicht mehr vorkommen wird. 

 

 

                  Foto: S.Kielhorn

Die Wechselkröte - lat. Bufo viridis

wegen der grünen Flecken auch manchmal "Grüne Kröte" genannt, hält sich als wärmeliebende Art hier im Umland bevorzugt  in Weinbergnähe und anderen trockenen Orten z.B. Sand/Tongruben auf. Tagsüber unter Brettern, Steinhaufen oder Höhlen verborgen, kommen die Tiere nachts hervor um auf Nahrungssuche zu gehen. Nach einer mehrmonatigen Überwinterungszeit suchen die Tiere ab März ihre Laichgewässer auf, die stehenden, meist kleinen Gewässer sollten wenig Pflanzenbewuchs haben. Die Laichzeit dauert bis in den August hinein. Ihre lauten und trillernden Paarungsrufe kann man in milden Frühjahrsnächten vernehmen.

Vielerorts ist die hübsche Kröte stark gefährdet, da ihre Lebensräume vernichtet werden und geeignete Laichgewässer fehlen. Durch Schutzprogramme wird versucht, diese Art zu erhalten.